Aufräumen mit Vorurteilen

Vorurteil Antwort
Die Gemeinschaftsschule ist doch nur ein neuer Name für die alte Hauptschule. An einer Gemeinschaftsschule unterrichten Lehrer aller Schularten Schüler aller Schularten.In unserer jetzigen Stufe 5 lernen circa 50% Kinder mit einer Realschul- oder Gymnasialempfehlung. Wir gehen davon aus, dass diese Zahl weiter anwachsen wird.
Das gute Schulsystem in BaWü wird kaputt gemacht. Durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung durchmischen sich nun in jeder Schule Schüler mit verschiedensten Bildungsempfehlungen. Die Unterschiedlichkeit ihrer Schüler lässt viele Lehrer klagen und verzweifeln. Die Gemeinschaftsschule hingegen begrüßt diese Vielfalt und bietet ein Konzept, wie man mit ihr umgehen kann.
Frühe Trennung bedeutet optimale Förderung. Eine frühe Trennung verursacht Fehleinschätzungen und fördert das Schubladendenken. Frustration, Schulverweigerung und Versagensängste müssen an der Gemeinschaftsschule kein Thema mehr sein.
Die Gemeinschaftsschule wird zu teuer, die Kosten gehen zu Lasten der Gymnasien. Gute Bildung ist finanz- und personalintensiv … daran ändert sich nichts. Die Gymnasien bleiben unangetastet.
Das ist Gleichmacherei! Im Gegenteil – die Gemeinschaftsschule wünscht sich Vielfalt und fördert sie. Durch die individuellen Lernstrukturen und verschiedene Niveaustufen wird jeden Kind je nach Begabung gefördert und gefordert.
Das Bildungsniveau wird gesenkt! Jeder einzelne Schüler wird in seinen Stärken und Begabungen gefördert. Bei einseitiger Begabung können die Schwächen auf ein akzeptables Niveau gebracht und gleichzeitig die Stärken weiter ausgebaut werden.So wird beispielsweise in Mathe mehr gefördert, die hohen Leistungsressourcen in Deutsch und Englisch können weiter ausgebaut werden.
Der Leistungsgedanke fehlt … keine Noten keine Leistung. Noten sagen nichts über den Lernerfolg aus. Die Beurteilung an der GMS ist viel differenzierter und individueller durch regelmäßige Feedbackbögen, detaillierte Beurteilungen und im Stundenplan verankerte Coaching- und Entwicklungsgespräche.Regelmäßige Gespräche zwischen Schülern und Lernbegleitern bilden die Grundlage für ein effektives Arbeiten.
Die GMS nimmt starken Eingriff in die Familien. Durch die Gemeinschaftsschule wird das Familienleben entlastet – die Schule bietet eine gute Mensa, es gibt keine lästigen Diskussionen über nicht gemachte Hausaufgaben, die Kinder brauchen keinen teuren Nachhilfeunterricht und der Rücken der Kinder wird durch das leichte Schulgepäck entlastet.
Die Kinder werden komplett verplant und haben keine Freizeit mehr. Die Kinder bekommen in der Schule eine feste Tagesstruktur mit klar definierten Arbeits- und Freizeitbereichen. Ab 16.00 Uhr kann das Familienleben ohne Hausaufgabenbelastung starten. In der Schule haben die Kinder ihre Freunde und eine lange Mittagspause, die sie zum gemeinsamen Spielen, Quatschen und „Chillen“ nutzen können.
Eltern bekommen von den Kindern nichts mehr mit. Im Gegenteil – im Lerntagebuch können die Eltern regelmäßig nachschauen, wie das Kind seine Leistung einschätzt und wie die Lernbegleiter die Leistung bewerten. Hinzu kommen die Lernnachweise mit detaillierter Rückmeldung. Auch Eltern haben die Möglichkeit, sich im Lerntagebuch zu äußern und Informationen an die Schule weiterzugeben. Dreimal im Jahr finden Entwicklungsgespräche zusammen mit dem Kind und den Eltern statt – ein Austausch über das Lernen und Arbeiten des Kindes steht im Mittelpunkt.